Hochschulfinanzierung durch die Privatwirtschaft

Ein Zwischenruf.

Mal ganz grundsätzlich: Ich finde es nicht im Sinne einer Uni, private Gelder zu akzeptieren. Auch wenn es nur 5% der Finanzierung ist. Die Unabhängigkeit der Bildung muss gewährleistet sein, und das geht nun mal am besten, wenn die Finanzierung via Gemeinwesen organisiert ist und nicht über Firmen, die wirtschaftliche Interessen verfolgen.

Das Geld, das der Staat verteilt, kommt von Firmen und privaten. Der Kanton Bern beispielsweise will gerade die Steuern für natürliche Personen senken – ein Ehepaar, das 200’000 Franken im Jahr verdient, zahlt damit rund 1’500 Franken weniger, dem Staat entgehen fast 300 Millionen.

Wo die Uni mehr Geld will, als sie vom Staat bzw. den Kantonen bekommt, springen Firmen ein. Über längere Zeit gesehen geschieht damit eine Verlagerung der Finanzierung der Uni durch Firmen via „Interessenneutralisator“ Staat zu einer direkten Finanzierung durch Firmen.

Ich finde es seltsam, wenn Firmen so viel Geld haben, dass sie Bildung an den staatlichen/kantonalen Unis sponsern können. Ich fände es besser, wenn sie mehr Steuern bezahlen und der Staat den Unis das Geld verteilen würde. Denn an erster Stelle steht freie, nicht-interessengebundene Bildung und Forschung. Über „Effizienz“ können wir dann immer noch diskutieren.

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2 Antworten zu Hochschulfinanzierung durch die Privatwirtschaft

  1. Guten Abend.

    Unsere Organisation T.H.R.U.S.H. vertritt die Ansicht, dass das in vielen Gesetzescodices verankerte Recht auf Bildung ein überaltertes und unnötiges Überbleibsel alter Tage darstellt. Bildung sollte grundsätzlich den üblichen Marktgegebenheiten angepasst werden, sodass der Staat sich letztendlich komplett aus dem Bildungsbereich zurückziehen kann.

    Für den Fall der flächendeckenden Einführung derartiger Regelungen würde sich unsere Organisation gern bereit erklären, sich um den Unterhalt der jeweiligen internationalen Schul- und Bildungseinrichtungen nach betriebswirtschaftlichen Maßgaben zu kümmern.

    Hochachtungsvoll,
    Reem Farnir Capergeel

  2. Kim schreibt:

    Ähm, ich seh das jetzt mal als Satire an. Aber eigentlich ist die Kommentarfunktion für Diskussionen da. Weitere, wenn auch humorvolle, Werbung wird gelöscht.

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