Etwas abgeben

Kleines Gedankenexperiment: Für mich, der ich noch nicht richtig verdiene, ist ein Lohn von 3000 Franken viel. Wenn er von Anfang an nur 2500 wäre und der Rest in Umverteilung und soziale Sicherung flösse, würde ich es gar nicht merken – es war ja noch nie anders. Aber natürlich fühlt es sich scheisse an, wenn einem plötzlich mehr als vorher vom Lohn abgezogen wird – seien es auch nur 10 Franken pro Monat.

Heisst das, dass ein Umverteilungssystem, wenn es mal läuft, gar nicht mehr verändert werden kann? Weil sich dann alle benachteiligt fühlen? Muss man trotzdem Probieren, „unbequeme“ Veränderungen durchzubringen? Oder müsste man die Reformen gleich so grundsätzlich machen, dass es einleuchtet, dass dadurch das Ganze viel vorteilhafter für alle organisiert ist? Oder haben dann auch alle Angst um einen Besitzstand, der eigentlich gar keiner ist, sondern ein Ausdruck eines Systems (wie auch die Arbeitslosigkeit)? Oder muss man einfach auf andere Länder verweisen, wo es schon so ist, wie man es gerne hätte, „da ist es doch auch gaaanz toll“?

Die Alternative wäre noch, einfach zu warten, solange es einem selbst gut geht, und vielleicht noch zur Rechtfertigung anfügen, dass es eben verschiedene Schicksale gäbe und der Ausgleich sei ja nicht Aufgabe der Gesellschaft… Dagegen ist der Besitzsstandwahrungsimpuls wenigstens ehrlich.

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Eine Antwort zu Etwas abgeben

  1. Hausfrau Hanna schreibt:

    „Die Alternative wäre noch, einfach zu warten, solange es einem selbst gut geht, und vielleicht noch zur Rechtfertigung anfügen, dass es eben verschiedene Schicksale gäbe und der Ausgleich sei ja nicht Aufgabe der Gesellschaft…“

    … doch, genau das ist (auch) die Aufgabe einer solidarischen Gesellschaft,
    lieber Kim,
    und nur in einer solchen möchte ich leben!

    Herzlich grüsst dich
    Hausfrau Hanna

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