Visionen

(so was wie Teil 2 zu dem hier)

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Weil im Entwurf der SP für ein neues Parteiprogramm immer noch die „Überwindung des Kapitalismus“ vorkommt, schreien einige „Kommunismus! Kommunismus!“ – was eigentlich egal wäre, wenn nicht genau diese Fraktion die momentane politische Blutlosigkeit mitprägen würde.

Oben der „kreative“ Output einer Haltung, die so realitätsfremd ist, dass man darüber lachen kann – das ist die SP nicht („resigniert das Gesicht verziehen“ würde in diesem Fall wohl besser passen, wenn man die Reaktionen anschaut, gerade in den Blogs). Die SP weiss, dass man Teil des Systems ist und davon profitiert („Zwar profitiert die Schweizer Volkswirtschaft insgesamt von der Globalisierung.“) Dafür bekommt sie von der einen Seite auf die Schnauze, weil sie das akzeptiert, und von der anderen Seite, weil sie irgendwie doch noch „kommunistisch“ sei (weil sie zum Beispiel zur Feststellung, dass sie die „materiellen Freiheitsrechte […] nicht einfach ab[lehnt]“ hinzufügt, dass diese „aber nicht als Quelle von Privilegien missbraucht werden [dürfen]“)

Sowieso: sobald man laut denkt, bekommt man auf die Schnauze. Die CVP und FDP trauen sich schon gar nicht mehr, dem etwas entgegenzusetzen und somit Angriffsfläche zu bieten, und die SP auch nur weil es ihre Rolle ist (Beispiel aktuelle Debatte über Völkerrecht im Parlament).

Visionen Sind etwas Tolles. Doch zur Zeit werden sie verlässlich niedergeschrien, was ganz dem Zeitgeist zu entsprechen scheint. Die Berührungsängste mit Utopien führen meines Erachtens zu Blutleere. Liberalismus war eine Vision, doch die momentane Deutung von „liberal“ beschränkt sich darauf, auch den grössten Erguss an Blödheit zu Visionen zu erheben. Jeee, Patriotismus! Jeee, einfach immer weitermachen und ja nicht überlegen!

Die SP ist die Partei, von der man erwartet, eine Vision fürs ganze Volk zu liefern. Wohl weil die anderen ihre Visionen schon verwirklicht haben (FDP), dafür zu klein sind (Grüne, alternative Linke etc.), keine Visionspartei sind (CVP) oder die Vision so weit weg ist von der eigenen, dass sie eh nicht beachtet würde (SVP).

Nur leider bringt die SP keine packende Vision zustande – ein bisschen Friede Freude Eierkuchen und das Gute verteidigen muss reichen. Aber vielleicht ist das einfach zu viel verlangt.

Flüche. Frustration. Weiterreiten.

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