Gleichstellung von Homosexuellen, pt. 1914283789

Schon wieder. Ich konnte nicht widerstehen.

In Grossbritannen wurden katholische Adoptionsstellen vor die Wahl gestellt, homosexuellen Paaren Adoption zu ermöglichen oder zu schliessen.

In Politics UK (BBC-Podcast) wettert die Konservative und Katholikin Ann Widdecombe gegen solches (Hören! ab Minute 21). Das Lustige ist, dass sie fast perfekt auf die Karikatur einer Konservativen passt (vergleiche die Mutter von Harold in „Harold and Maude“): überhöhte Stimme der Verachtung (immer fast auf der Kippe), erlesene Sprache mit nachdrücklicher Intonation, wohldosierte Empörung über diese neuen Moden in unserer Zeit, und dann natürlich der Inhalt:

Widdecombe: „I believe there’s a malaise in society in general, that doesn’t understand and doesn’t want to understand christianity“ (22:50)
[…]
Moderator, sinngemäss: „Is religious freedom impinged upon?“
Widdecombe: „Oh, I think, undeniably. I think everywhere you look, we are now blurring the distinction between maintaining equality, which I agree with entirely, and respecting christian conscience.“ (23:15)

Also wieder mal die „Schaut wie tolerant ich bin! Aber irgendwo (ziemlich bald) hört’s auf mit Toleranz und ihr Intoleranten Säcke toleriert meine Intoleranz nicht“-Nummer.

„Now in a truly free society, nobody should be forced by law to facilitate or promote something to which they have a serious conscientious objection“ (23:45)

Ähm ja, niemand zwingt euch, Kinder zur Adoption an Paare zu vermitteln. Aber wenn ihr es macht, unterliegt ihr einem Gesetz, das besagt, dass homosexuelle Paare nicht diskriminiert werden dürfen. Da hört die Freiheit eben auf.

„I’ve always called it the libertarian dictatorship: […] It isn’t anymore that people may do things of which you disapprove, but rather that you must approve of it!“ (25:05)

Ach du Arme, jetzt ist es schon so weit mit der Welt, dass man niemanden mehr Diskriminieren kann! Sowas ist doch echt das Hinterletzte, da ist Empörung auf jeden Fall angebracht.

Moderator: „Those who take an opposite view say […]: ‚The church hast lost the argument.‘ What’s your response to that?“
Widdecombe: „The church has been […] losing the argument ever since its inception. […] Christians have been persecuted! – From the inception of the church. There’s nothing particularly new about that either.“ (25:30)

Jaja. Die armen „Milliarden von Katholiken“ (24:10). Immer wurdet ihr verfolgt, und nie habt ihr selbst verfolgt. Dabei waren eure Ziele immer edel. Immerhin so viel Realismus:

„If we think we’ve got it tough in this country, there’s some real persecution abroad in the world. – I think the pope is angry. And I think the pope is disturbed. And I think the pope is worried.“ (25:50)

Ich wünsche denen, die sich die Religion zu Nutze machen, um sich in einem vorsintflutlichen Wertebild einzuweben, dass dies so bleiben möge.

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2 Antworten zu Gleichstellung von Homosexuellen, pt. 1914283789

  1. flöschen schreibt:

    Danke für den Artikel. Von Widdecombe habe ich eigentlich nicht viel anderes erwartet, aber wenn man es einmal nicht ernst nimmt, ist es schon recht unterhaltsam. Allerdings, wirklich übel!

  2. Kim schreibt:

    Oh, muss man die etwa kennen? Fand nur ihr Gehabe wie gesagt ziemlich amüsant. Sonst gibt’s ja noch viele, die so ticken :/

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