Meta

Dieses Blog gibt es nun schon seit mehr als einem Jahr. Deshalb erlaube ich mir einen kleinen Ausflug auf die Meta-Ebene. Gequassel über mich selbst und so.

Als Überraschung habe ich eine neue Tapete aufgezogen, chic und schlicht, wie das gerade so Mode ist. Während das Verhältnis zum Blog schon mehrere verschiedene Phasen durchgemacht hat, halte ich es angebracht, wenn nicht für das Gebot der Stunde, die Verpackung auch einmal einer Änderung zu unterziehen. Das oberste Kriterium bei der Wahl war die Gestaltung des Fliesstextes: Georgia 16pt ist Trumpf.

Mir hat sich immer noch nicht genau erschlossen, was ich hier eigentlich mache. Eine Theorie ist, alle meine Gedanken niederzuschreiben, damit sich mir dann einmal das grosse Ganze erschliesst, Strukturalismus lässt grüssen. Oder aber schreiben, bis mir die blöde Politik verleidet. Oder auch einfach nur schreiben, weil schreiben etwas Tolles ist – einen Text rauslassen und denken: Yes, den hab‘ ich eingetütet. Und auch, weil Schreiben Reflektieren heisst.

Ich mag diese Mischung aus sein eigenes Plätzchen haben und mit anderen in Berührung kommen. Etwas für mich zu basteln im Wissen, dass ein paar Leute zuschauen. Suche nach der eigenen Meinung gepaart mit Lechzen nach Anerkennung. Darum danke liebe Leserinnen und Leser, dass ihr mir Streicheleinheiten gebt und mich mit Kommentaren herausfordert.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich hätte gar nichts zu sagen und lese nur oder beschäftige mich mit anderen Dingen (und manchmal auch einfach mit Dingen höherer Priorität). Und manchmal meine ich dann wieder, näher an der Wahrheit zu sein als all die anderen Seppentonis und es denen mal so richtig zeigen zu müssen. – Die Motivation schwankt also, und auch die Herangehensweise: zuweilen offensiv, zuweilen fast so diplomatisch und abwägend, wie ich vor ein paar Jahren niemals sein wollte.

Da mir nun die Worte ausgehen, steige ich vom Meta-Pferdchen wieder runter und gehe zum courrant normal über. Ich Grüsse alle MitstreiterInnen und Pappnasen und wünsche mir Im Zweifel für den Zweifel von Tocotronic.

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10 Antworten zu Meta

  1. Philippe Wampfler schreibt:

    Gefällt mir sehr, dieses Meta-Posting – vor allem: »Manchmal habe ich das Gefühl, ich hätte gar nichts zu sagen und lese nur oder beschäftige mich mit anderen Dingen (und manchmal auch einfach mit Dingen höherer Priorität). Und manchmal meine ich dann wieder, näher an der Wahrheit zu sein als all die anderen Seppentonis und es denen mal so richtig zeigen zu müssen.« 
    Man kann diesen Gedanken auch umkehren (ich müsste ihn für mich wohl umkehren) – und manchmal halt eben das Gefühl, der Wahrheit näher zu sein als alle anderen, in die zweite Reihe zurückstellen und mal nichts sagen.

  2. Kim schreibt:

    Hehe, ich hoffe, das ist keine unterschwellige Kritik 😉

    Mir geht es oft so, dass ich meinem Ärger über etwas Luft machen will, ich aber beim Schreiben merke, dass das so nicht so toll ist und den fertigen oder angefangenen Artikel dann erst mal liegen lasse und vielleicht später noch mal daran rumbastle… Darum „basteln“, und darum Schreiben als „Methode der Reflektion“.

    Aber wenn das Krakeelen im diesem Moment gerade meiner Empfindung entspricht und ich meine, dass es mir gelungen ist, das Ärgernis auf den Punkt zu bringen, rufe ich auch schon mal öffentlich aus. Die (ver)einfach(t)en Wahrheiten haben eben auch ihren Reiz.

  3. Titus schreibt:

    Also fürs Bild da oben hättest Du Dir die Beine schon rasieren können… 😉

    Ansonsten finde ich dieses Theme besser als das dreispaltige, bedaure allerdings, dass da oben nicht mehr in grossen Lettern «Nichts ist klar» prangert (ich glaube auch in Georgia, etwas so 150 Pt…)

    Bloggen hilft mir, Gedanken, Bauchgefühl, Fragen und Fakten in Übereinstimmung miteinander zu bringen. Und das kann manchmal Stunden dauern und unzählige (Neu)formulierungen beinhalten…

    Ach ja: Ansonsten gratulier‘ ich Dir zum Einjährigen. Den Kuchen hatte ich rechtzeitig gebachen, aber da das ja eigentlich am 1. Juli war, musste ich essen, da er ansonsten heute grau wäre… 🙂

  4. Alice schreibt:

    @titus: also, über rasierte Beine müssten wir uns mal unterhalten …

    @Kim: Ich mag das „Nichts ist klar“ und bin froh, dass es noch da ist 🙂 Das neue Layout gefällt mir. Dass es „Nichts ist klar“ auch weiterhin gibt, ist für mich das Wichtigste. Ich bin sehr gerne hier.

    Alice

  5. Hausfrau Hanna schreibt:

    Grattis!
    Mir gefällt das neue Blog-Outfit sehr gut,
    lieber Kim,
    vor allem das Sitzbänkchen in Schwedenblau 🙂
    Ich lasse mich – zumindest geistig – gern drauf nieder und lese hier weiter.

    Ha det så bra,
    hälsningar
    Hausfrau Hanna

  6. Kim schreibt:

    Danke euch für die herzlichen Zurufe 🙂 Dann kümmere ich mich mal darum, dass es bald weiter geht…

    @titus Die Beine werden ganz sicher nicht rasiert! Wääk! Sieht man die Fussbehaarung? Auf die bin ich besonders stolz 😉

  7. Philippe Wampfler schreibt:

    (War keine unterschwellige Kritik, gar nicht…)

  8. Titus schreibt:

    @ Alice
    Sprich Dich aus! Nur keine falschen Hemmungen… 😉

    @ Kim
    Fussbehaarung? Gibt’s denn sowas? Sag jetzt bloss nicht, dass Du auch Haare auf den Zähnen hast und darauf auch noch stolz bist! 🙂

  9. Alice schreibt:

    @titus. Ohne falschen Hemmungen: Ich finde rasierte Männerbeine grausam gruuuuuuuusig. Uäch.

    @Kim: Sorry für die Abschweifungen in die Niederungen der Körperkultur. Und ich hoffe schon, dass du ein paar – mindestens symbolische – Haare auf den Zähnen hast.

  10. Kim schreibt:

    Die Haare auf den Zähnen wachsen ja automatisch, wenn man sich im Internet herumtreibt 😉

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