Die Steuerlast

Einer ähnlichen Kollision zweier Perspektiven wie Hausfrau Hanna konnte ich am selben Ort, im Schwedischkurs an der Folkuniversitet in Stockholm, beiwohnen (allerdings weniger dramatisch):

Im Kapitel des Kursbuchs ging es um brott, Verbrechen, und ganz konkret war von Schwarzarbeit die Rede. Sofi, unsere Lehrerin, fragte in die Runde, jemand meinte: Es sei ja schon nicht gut, aber, naja, das Steuersystem sei halt auch falsch gestrickt, und irgendwie, naja, würde er schon, wenn jetzt Handwerker, ja also…

Die meisten schienen nicht interessiert daran, zu widersprechen; Ich dachte mir, naja, was soll man da sagen, stimmt ja schon, nur, prinzipiell ist es halt schon eher…

Dann meldete sich die Griechin zu Wort: In Griechenand sei Schwarzarbeit gang und gäbe. Es bezahlte immer alle schwarz. Und das sei doch nicht fair, weil diejenigen, die Handwerker anstellen, doch genug Geld hätten! Und jetzt stehe Griechenland wirtschaftlich am Abgrund.

Die Portugiesin fällt ein: „Ja, genau! Danke! In Portugal läuft es genau gleich – Da sieht man doch, wo Schwarzarbeit hinführt!“

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Eine Antwort zu Die Steuerlast

  1. Hausfrau Hanna schreibt:

    Da fühle ich mich doch grad um ein gutes Jahr zurückversetzt an meine Zeit an der Stockholmer Folkuniversitet,
    lieber Kim!
    Und hätte mein schwedischer Wortschatz gereicht (!), ich hätte der griechischen Mitstudentin gern erklärt, dass die Pleite in ihrem Land nicht nur mit nichtversteuerter Schwarzarbeit zu tun hat, sondern auch noch ganz andere Gründe hat….

    Trevlig helg!
    Hausfrau Hanna

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