Leistung und Lohn

Heute in den Zwölfuhrnachrichten gehört:

Wirtschaftsprognosen aus Spanien

Die spanische Zentralbank macht düstere Vorhersagen für die heimische Wirtschaft. Dieses Jahr werde die Wirtschaftskraft um 1.5% zurückgehen und die Arbeitslosenquote auf 23% steigen. Der Hauptgrund dafür sei die sinkende Nachfrage im Inland […] (ab Min. 2:50)

Hmm, wie wärs mit Umverteilung? Das würde die Nachfrage nämlich ankurbeln.

Mindeslohninitiative

Der Gewerkschaftsbund hat eine Initiative eingereicht, die einen Mindestlohn von 22 Fr./Stunde bzw. 4000 Fr./Monat fordert. Paul Rechsteiner: „Das bedeutet auch, dass jemand, der vollzeit arbeitet, von diesem Lohn auch leben können muss – ohne dass er noch zum Sozialamt gehen muss.“ – im Detailhandel und beim Putzpersonal sei das z.T. nicht der Fall (ab Min. 9:45). Thomas Daum, Direktor des Arbeitgeberverbandes, argumentiert dagegen: „Es gibt in der Tat Arbeiten, die zu wenig am Markt an Wertschöpfung vermitteln, die also dem Arbeitgeber zu wenig Erträge generieren, damit er sie überhaupt bezahlen kann. Die Folge davon ist, wenn die Löhne zu hoch sind, werden entweder die Stellen gestrichen oder sie werden ins Ausland verlagert.“ (ab Min. 10:25)

Daum plädiert also indirekt dafür, Niedriglöhne, die nicht zum Leben reichen, nicht anzuheben, weil sonst Arbeitsplätze verloren gingen. In der Konsequenz: Der Wirtschaft dienen ist wichtiger als davon leben zu können. Das führt den Tausch Arbeit gegen Geld ad absurdum. Wollen wir wirklich Arbeitsplätze, bei denen man eh nicht genug zum Leben verdient?

Etwas grundsätzlicher: Die Verknüpfung von Verdienst und Arbeit treibt seltsame Blüten. „Wer etwas leistet, soll belohnt werden“ ist im Kern ja kein schlechter Gedanke – aber es gibt bekanntlich eine ziemlich grosse Diskrepanz zwischen diesem Grundsatz und unserer Arbeitwelt. Wieder einmal ein Grund, sich das bedingungslose Grundeinkommen genauer anzuschauen.

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