Bulletin der Gegenwart (4): Gay rights, for gays

Irland, das als konservativ und katholisch gilt, hat die „Homo-Ehe“ als erstes Land in einer Volksabstimmung angenommen.

So konkret juristisch finde ich das eher langweilig. Es ist der emotionale Teil, wo eine neue Qualität mitschwingt oder eher: sich ein Trend so klar spiegelt, dass er auch emotional fassbar wird.

the quest for gay equality … has achieved a string of victories around the world over the past decade … hollow arguments that have same-sex marriage opponents around the world (are) on a losing streak (Zitate: NY Times)

Ich habe das Glück, in einer recht aufgeklärten Zeit zu leben. Aber ich habe auch noch dieses Denken intus: Es gibt noch Ressentimentes. Es kommt, aber es ist noch nicht durch. – Aber jetzt habe ich langsam das Gefühl: Es geht plötzlich ganz schnell. Schwulsein ist kein grosses Ding mehr (in Europa etc. zumindest). Omas setzen sich für ihre schwulen Enkel ein, Filme wie Der Kreis oder Pride (beide sehr zu empfehlen) präsentieren nicht lustige Schwule in Nebenrollen, sondern schwule Geschichten, dann war da noch das Outing von Thomas Hitzlsberger und ein Land nach dem anderen erlaubt Verpartnerung, Heirat, Adoption, auch die konservativeren. Auch per Volksabstimmung. In Deutschland seien ¾ für die volle Gleichstellung, auch die CDU-lerInnen. Das sind zum Teil gefühlte Wahrheiten, aber gerade auch darum geht es: Viele Menschen fühlen, dass es richtig ist, Homosexuelle nicht mehr in die Ecke „komisch“ zu stellen.

The tide is shifting quickly. Even in unlikely places, love and justice will continue to prevail.

2014 war das Jahr einiger Dammbrüche. Die „Argumente“, welche die GegnerInnen vorbringen, wirken zunehmen absurd. Vor 50 Jahren waren sie Mainstream, Schwulsein nicht lustig. Die hier schon einmal verlinkte „Telearena“ vor 37 Jahren zeugt noch von einigem Gegenwind. In Irland sei vor 30 Jahren ein Coming-out „nicht möglich gewesen“, so ein irischer Aktivist. Erst vor 22 Jahren war Homosexualisierung dort entkriminalisiert worden. Und jetzt das:

On Friday, love didn’t just prevail across Irish cities and villages. It triumphed.

Jetzt wünsche ich mir noch die Legalisierung der Heirat unabhängig vom Geschlecht in der Schweiz (als Zwischenschritt zur Abschaffung) und das mit den Kindern könnten wir auch mal regeln, oder? Wird sonst langsam realitätsfremd und peinlich. Von mir aus gerne Abstimmung und Volksfest wie in Irland.

(PS: Ist natürlich nicht alles rosig.)

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